Chiffrierte Körper – Disziplinierte Körper: Female Genital Cutting. Rituelle Verwundung als Statussymbol



Beschneidung, Verstümmelung oder Exzision sind nur einige von vielen Bezeichnungen für einen operativen Eingriff, dessen Durchführung uns in der westlichen Welt so absurd erscheint. Warum unterziehen sich jedoch Mädchen und Frauen in mehr als 30 Ländern des afrikanischen Kontinents diesem schmerzhaften Ritual mit einer anscheinenden Freiwilligkeit oder zumindest unter der Duldung der Mütter und der Gemeinschaft? Auf Grundlage von Feldforschungen in Äthiopien werden Hintergründe und Perspektiven des Übergangsrituals der Exzision erläutert. Es ist schmerzhaft, von dieser Operation zu erfahren. Dies ist jedoch nichts im Vergleich zu dem Schmerz, welchen die Mädchen erdulden müssen. Ihnen werden Teile der Vulva herausgeschnitten.
Dabei sind die hier erlittenen Schmerzen und Narben nicht willkürlich, sondern stellen eine verdeckte körperliche Kennzeichnung dar, ohne welche der Körper, aber vor allen Dingen das Verhalten der Initiandinnen von ihrem sozialen Umfeld als abnorm bewertet werden würden. Jedoch zeigt die Forschung, dass derartige Markierungen austauschbar sind! Das bedeutet, dass die Zukunft dieses qualvollen Eingriffs, welcher inzwischen mit den Migrantinnen auch in der Bundesrepublik Einzug gehalten hat, nicht in dessen Verbot, sondern im Auffinden und Einführen eines funktionalen Ersatzes liegt.


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